Havertz fehlt, Undav drängt: DFB vor dem Personaltest
Der DFB-Kader ist seit Montagabend zu. Drei Baustellen sind offener als noch vor dem Finnland-Spiel, und sie entscheiden, mit welchen elf Namen Julian Nagelsmann am 14. Juni gegen Curaçao beginnt.
Baustelle eins: die Spitze. Kai Havertz fällt verletzt aus, das bestätigte SPOX am Wochenende. Deniz Undav hat beim 4:0 am Sonntag zwei Tore gemacht, sein zweites per Kopf nach einer Ecke, sein erstes aus der Drehung unter Druck. Es war genau die Mischung, die Nagelsmann in der Spitze sehen will. Bislang galt Havertz als erste Wahl, Niclas Füllkrug als Pole-Position-Backup. Undav hat sich in zwei Spielen dazwischen geschoben.
Baustelle zwei: die offensive Breite. Leroy Sané, der genesene Jamal Musiala und Florian Wirtz konkurrieren um die Plätze hinter der Spitze. Wer am 14. Juni gegen Curaçao beginnt, ist offen. Die letzten Trainingswochen werden es zeigen.
Baustelle drei: das Verletzungsrisiko im Turnier. Frankreichs William Saliba ist nach ESPN-Informationen "sehr zweifelhaft" für die WM. Solche Ausfälle treffen nicht nur die Franzosen. Auch beim DFB sitzt die Sorge vor jeder Trainingseinheit: ein Kreuzbandriss, eine Muskelverletzung, und der 26er, der seit Montag steht, wird zur Makulatur. Nagelsmann hat beim 4:0 gegen Finnland sieben Spieler durchgewechselt, Belastung verteilt. Das war kein Zufall.
Polymarket sieht Deutschland bei 5,55 Prozent Titelchance, Platz 7 im Feld der 48. Die Wettbüros trauen der Mannschaft mehr zu als die öffentliche Diskussion. Was im Juni zählt, ist Gesundheit und Form. Beides ist nicht in Stein gemeißelt.